ETF im Schulden-Lexikon

Um ein relativ neues Produkt am Finanzmarkt handelt es sich bei den so genannten Exchange Traded Funds, die auch kurz als ETFs bezeichnet werden. Wörtlich übersetzt bedeutet ETF soviel wie an der Börse handelbarer Fonds, was bereits ein wesentliches Merkmal ist, welches die ETFs zum Beispiel von den klassischen Investmentfonds unterscheidet. Während man diese klassischen Aktien-, Renten- oder Immobilienfonds nicht an der Börse, sondern nur über die Fondsgesellschaft oder im Rahmen des außerbörslichen Handels erwerben kann, werden nahezu alle Exchange Traded Funds an der Wertpapierbörse notiert. Für den Anleger bedeutet das vor allem mehr Transparenz, da der Kurs der ETFs an der Börse mehrmals am Tag festgestellt wird und nicht nur einmal am Tag von der Fondsgesellschaft berechnet wird, wie es bei den klassischen Investmentfonds der Fall ist.

Ohnehin ist es der Fall, dass die Anlage in ETFs den Anlegern einige Vorteile bietet, auch wenn diese Art der Geldanlage insgesamt noch nicht sehr bekannt ist. Vom Grundprinzip her funktionieren die ETFs wie die „normalen“ Investmentfonds. Es werden also vom Vermögen der Anleger, welches auch beim ETF als Sondervermögen verwahrt wird und damit kein Emittentenrisiko für den Kunden besteht, bestimmte Finanzprodukte gekauft, zum Beispiel Aktien, die der jeweiligen Anlagestrategie des Fonds entsprechen. In der Regel handelt es sich bei den ETFs um so genannte Indexfonds. Das bedeutet, es wird durch den Fonds versucht, einen bestimmten Index, zum Beispiel den DAX, in seiner Zusammensetzung nachzubilden. Der ETF kauft dann also genau die Aktien in der Menge und Gewichtung, wie sie im DAX (um beim Beispiel zu bleiben) vorhanden sind.

In diesem Vorgehen zeigt sich auch der zweite große Unterschiede des ETF zu einem klassischen Investmentfonds, denn die ETFs werden auch als passiv gemanagte Fonds bezeichnet. Das bedeutet, der Fondsmanager versucht eben nur durch Käufe und Verkäufe den Index zu „reproduzieren“ und wählt die Aktien nicht nach eigenem Ermessen aus. Bei den klassischen Investmentfonds handelt es sich hingegen um aktiv gemanagte Fonds, der Fondsmanager versucht hier also durch gezielte Selektion von Aktien, einen bessere Performance als ein Index zu erzielen. Bisherige Statistiken haben gezeigt, dass der ETF mit seiner passiven Strategie deutliche Vorteile gegenüber den aktiv gemanagten Fonds hat, denn nur rund 20 Prozent der klassischen Fonds schneiden besser als der Vergleichsindex ab. Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich, dass die ETFs von der Rendite her durchschnittlich zu 80 Prozent gleich gut und sogar besser als die klassischen Fonds abschneiden.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass die ETFs dem Anleger aufgrund ihrer besonderen Funktionsweise und Strategie einige Vorteile bieten. Sie weisen kein Emittentenrisiko auf, sind jederzeit handelbar an der Börse und erzielen eine durchschnittlich bessere Rendite als vergleichbare aktiv gemanagte Investmentfonds . Ein Nachteil besteht für den Anleger bei den ETF lediglich darin, dass die mögliche Rendite begrenzt ist, da der Fonds natürlich aufgrund seiner passiven Strategie nahezu keine Chance hat, eine höhere Rendite zu erzielen, als der jeweilige Basisindex. Zudem kann man natürlich auch mit der Anlage in ETFs Verluste erzielen, denn der Index (zum Beispiel der DAX) fällt, fällt auch der Wert des einzelnen Fondsanteils.


Hauptseite | Partnerseiten | Impressum



Bitte einen Anfangsbuchstaben auswählen:
A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z